8. April: Finger Weg vom Streikrecht! Gewerkschaftsfreiheit statt Arbeitsfront | 20 Uhr | Fabrik e.V.

WANN | Freitag 08.April 2011 um 20 Uhr
WO | Fabrik Cafe in der Fabrik e.V. (79104 FR, Habsburgerstr.9)
(Cafe im Hauptgebäude 1.OG links – nicht mit der Kneipe im Vorderhaus verwechseln!).
WAS | Zum Vorstoß von DGB und BDA die Gewerkschaftsfreiheit zu beschränken
mit Dörthe Stein (FAU-Frankfurt/ FAU-Arbeitsgruppe – Finger weg vom Streikrecht!

FingerwegStreikrecht

weitere Infos
Flugblatt der FAU-Arbeitsgruppe „Finger weg vom Streikrecht!“ vom Februar 2011.
FAU-Positionspapier zur Tarifeinheit zur Gesetzesinitiative in Sachen Tarifeinheit 2010.
Radio RDL Beitrag Finger Weg vom Streikrecht! (08.04.2011)

FINGER WEG VOM STREIKRECHT ! GEWERKSCHAFTSFREIHEIT STATT ARBEITSFRONT !

Nicht betteln, kämpfen!
Keine Firma lässt sich nur von guten Argumenten überzeugen. Um Verbesserungen durchzusetzen, braucht es Druck. Wie wichtig das Recht auf Streik ist, zeigt schon ein Blick in die Geschichte: Zuerst war der Streik, dann die Gewerkschaft, und zuletzt der Tarifvertrag. Ohne Streik keine Gewerkschaft, keine Verbesserungen.

Streikrecht gestärkt
Die Bundesregierung nähert sich langsam internationalen Standards. Noch immer ist das Recht auf Arbeitskampf an Gewerkschaften und Tarifverträge geknüpft. Das bedeutet Bürokratie. Aber immerhin: Nun sind Streiks einer Gewerkschaft möglich, wenn bereits Tarif- und Friedenspflicht einer anderen Gewerkschaft gelten.

Initiative ist gefragt
Die neue Freiheit wird überall dort zur Floskel, wo eine Belegschaft nicht streikfähig ist. Das erfordert auch das Engagement des Einzelnen. Aber es stärkt und belebt die Gewerkschaften. Greifbar wird damit das Ende der Bescheidenheit!

Einigkeit macht stark. Doch wen stärkt die Tarifeinheit?
Der 23. Juni 2010 war ein historischer Tag. Nachdem Arbeitskämpfe in einigen Großunternehmen längst Fakten geschaffen hatten, entschied das Bundesarbeitsgericht : Die Koalitionsfreiheit (Grundgesetz Art. 9) hat Vorrang, auch die Tarifverträge kleiner Gewerkschaften gelten.
Jahrzehntelang galt der Grundsatz der -Tarifeinheit-:Ein Betrieb, ein Tarifvertrag, fertig ! Das sicherte dem DGB-Apparat einen Platzhirscheffekt und den Bossen einen Standortvorteil. Damit ist nun Schluss.

Besen, Besen, seid`s gewesen!
Glaubt man der Propaganda der Bosse, ist nichts normaler als der Wettbewerb. Nun droht dem Zauberlehrlimg der Kontrollverlust, und er ruft nach Vater Staat.

Gesetzesinitiative von Bossen & Bonzen
Bereits vor dem Urteil forderten DGB und BDA, das Rad zurückzudrehen. Sie argumentieren mit Sicherheit, Stabilität und Wohlstand durch das alte Tarifsystem. Von Reallohnverlust, sinkender Tarifbindung, steigender Arbeitslast und Wochenarbeitszeit kein Wort. Die Unternehmen befürchten eine -Vervielfachung kollektiver Konflikte-.
Der DGB will der Konkurrenz einen Riegel vorschieben: -Wer die meisten Mitglieder hat, dessen Tarifvertrag gilt- – für alle. Für alle sollen auch dessen Friedenspflicht und Streik-verbot gelten. Im Sinne einer Burgfriedenspolitik müssten die Lohnabhängigen ihre Interessen für den Standort zurückstellen.

Englische Verhältnisse?
Die Bosse fürchten dauernde Konflikte um höhere Löhne. Die hätten im England der 70er Jahre zur Deindustrialisierung geführt. Ursachen dafür waren in Wirklichkeit eher die Verlagerungen von Fabriken auf der Jagd nach dem größtmöglichen Profit.

Tarifautonomie in Gefahr?
Genau das Gegenteil ist der Fall: Tarifautonomie steht für die Nicht-Einmischung des Staates in Arbeitskonflikte, egal wieviele Akteure sich gegenüberstehen.

Arbeiterinteressen durchsetzten!

weitere Informationen im Internet:
www.fau.org/streikrecht
www.labournet.de/diskussion/gewerkschaft/streikrecht/dgbbda.html

FAU IAA – EINE ANDERE GEWERKSCHAFT IST MÖGLICH!

[ssba]