Do. 06.06. 20 Uhr: Gewerkschaft von unten – wie geht das? Die FAU und der Anarch@syndikalismus.

Büro für grenzenlose Solidarität (Adlerstr. 12 Grether-Gelände)

Nie zuvor in der Geschichte waren so viele Menschen proletarisiert wie heute, sind also gezwungen ihre Arbeitskraft zu verkaufen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Während die einen trotzdem das Ende der Arbeiter_innenklasse beschwören, schließt sich selbige weltweit immer wieder zusammen um bessere Lebensumstände zu erkämpfen. So kam es dieses Jahr in Indien zum größten Generalstreik der Weltgeschichte, Arbeiter_innen im ungarischen Györ legten die gesamte zentraleuropäische Autoindustrie lahm und auch an unzähligen anderen Orten kämpften Menschen für ein würdevolles Leben und Arbeiten.

Gewerkschaften spielen in diesen Kämpfen eine ambivalente Rolle.
Einerseits bilden sie als organisatorischer Zusammenschluss die Voraussetzung schlechthin dafür, dass Arbeiter_innen überhaupt Gegenmacht aufbauen können. Andererseits sind sie zumeist auf eine sozialpartnerschaftliche Linie verpflichtet und weisen durch ihre Funktionärsstruktur eine strukturelle Distanz zu ihrer Basis auf.
Deshalb sind die meisten Gewerkschaften tatsächlich keine Zusammenschlüsse von Arbeiter_innen mehr, sondern entwickeln eine institutionelle Eigendynamik, im Laufe derer sie eher ihre eigenen Interessen als diejenigen der Arbeiter_innen vertreten. Bedeutet das, dass wir das Konzept der Gewerkschaften aufgeben sollten? Wir glauben nein. Die Freie Arbeiter_innen Union (FAU) stellt den Funktionärsgewerkschaften das Modell einer „Gewerkschaft von unten“ gegenüber. Das heißt, sie ist ein Zusammenschluss von Lohnabhängigen, die sich gegenseitig dabei unterstützen, bessere Arbeits- und Lebensbedingungen zu erkämpfen. Dabei zählen wir nicht auf bezahlte Funktionäre und „Sozialpartnerschaft“, sondern auf Selbstorganisation und Direkte Aktion. Im Vortrag wird dieses Konzept des Anarch@syndikalismus erklärt und es werden konkrete Möglichkeiten der erfolgreichen Selbstorganisation aufgezeigt.

workshop: Widerständiges Handeln am Arbeitsplatz

Do. 9. Mai 19-21 Uhr
Büro für grenzenlose Solidarität (Grether-Gelände Adlerstr. 12)

Für viele Sozialarbeiter*innen steht das Geld nicht im Vordergrund. Trotzdem gilt: Professionelle Soziale Arbeit ist Lohnarbeit. Und Lohnarbeit bringt bestimmte Konflikte mit sich. Das fängt an mit der Frage „Wie werde ich bezahlt?“ und geht weiter mit der Organisation der Arbeit inklusive Arbeitsbelastung und Arbeitsverdichtung. Wer bestimmt darüber, wie ich arbeite? Oder was als Arbeitszeit zählt und was nicht? Wie gehen wir mit diesen Verhältnissen im Betrieb um? Weiter lesen „workshop: Widerständiges Handeln am Arbeitsplatz“

Global May Day 2019

Wir, als FAU Freiburg, unterstützen den Global May Day 2019!

Jede/s Syndikat/ Gruppe/ Gewerkschaft organisiert seine/ihre eigenen Aktivitäten mit eigenen inhaltlichen Schwerpunkten autonom. Der folgende Aufruf ist Teil eines gemeinsamen Rahmens, der dabei hilft, diese Aktivitäten sichtbar miteinander in Verbindung zu setzen und die Kommunikation auf globaler Ebene zu befördern.
Setzt euch gerne auf den Verteiler Global May Day 2019 [subscribe] und/oder nutzt diesen, um mit anderen Gruppen weltweit in Kontakt zu treten (z.B. für die Koordination einer Solidarity Partnership). Auch bei Bekanntgabe der Unterstützung des Aufrufs kann der Verteiler gerne genutzt werden.

Den folgenden Aufruf gibt’s auch als Download (.pdf). Weiter lesen „Global May Day 2019“

Bündnis Antirassistischer Feminismus: Stellungnahme zum aktuellen Umgang mit sexualisierter Gewalt in der Stadt Freiburg

Für ein solidarisches & gewaltfreies Freiburg – für alle!

Stellungnahme von mehr als 30 Freiburger Gruppen und Einrichtungen

Stellungnahme | Im Oktober 2018 wurde in Freiburg eine Frau* durch mehrere Täter vergewaltigt. Erst neun Tage später gelangte der Vorfall bundesweit in die Schlagzeilen. Vorschnell wurden Forderungen nach Ausgangssperren für Geflüchtete oder Sicherheitsmaßnahmen zum “Schutz der deutschen Frau” laut: Die rassistisch aufgeladene Debatte nahm ihren Lauf. Die Tat und sexualisierte Gewalt an sich gerieten einmal mehr in den Hintergrund.
Zur gleichen Zeit wurden in Freiburg die ersten Austauschtreffen unter dem Titel “Antirassistischer Feminismus” organisiert. Unterschiedliche Gruppen und Einzelpersonen wollten den Vereinnahmungen und symbolpolitischen Maßnahmen widersprechen und andere, solidarische Ansätze sichtbar machen. Es war der Versuch der verschärften Sicherheitsdebatte einen Diskussionsraum entgegenzustellen, in dem eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex sexualisierte Gewalt möglich ist. Aus diesem Zusammenhang ist eine Stellungnahme entstanden – 33 Freiburger Gruppen haben sie unterschrieben.
Heute soll im Freiburger Gemeinderat eine Aufstockung des kommunalen Vollzugsdienst beschlossen werden. Zudem soll der Gemeinderat die bisherigen und geplanten Maßnahmen der “Sicherheitspartnerschaft Sicherer Alltag” mit dem Land “zustimmend zur Kenntnis nehmen”. Darin ist unter anderem die Ausweitung der Videoüberwachung (Einrichtung ab Mitte des Jahres), weitere Großrazzien (sog. Schwerpunktaktionen an speziellen Fahndungstagen) oder der Betrieb eines regionalen “Sonderstabs gefährliche Ausländer” im Regierungsbezirk Freiburg geregelt.
Damit ist diese Stellungnahme kein Nachruf auf ein einmaliges Problem. Es ist ein Aufruf, sich einer autoritärer werdenden Politik entgegenzustellen.
Für ein solidarisches und gewaltfreies Freiburg – für alle!

“Bündnis Antirassistischer Feminismus”

Zum Kuckuck! Offenes anarchistisches Treffen zum Thema „Frauen*Streik“

28.02. 19 Uhr | kyosk Adlerstraße 2

Beim offenen anarchistische Treffen im Februar wird es um den geplanten Frauen*streik am 8. März gehen. Zuerst werden wir eine kurze Dokumentation (~30min) zum Frauen*streik 2018 in Spanien ansehen. Im Anschluss wird es einen Input zum diesjährigen Streik geben. Unter anderem wollen wir über folgendes sprechen: Welche Forderungen werden erhoben? Warum ein Streik? Wie kann sich Frau* beteiligen? Wie umgehen mit Repressalien? Wie sich dauerhaft organisieren? etc.

„Zum Kuckuck!” und FAU Freiburg

Prekäre Verhältnisse sollen – gerade für Minijobber – endlich Geschichte werden!

Wir, zwei Frauen um die dreißig aus Süddeutschland- arbeiten beide seit etwa zehn Jahren in der Gastronomie. Derzeit im selben Speiselokal, in der Vergangenheit hauptsächlich in verschiedenen Bars und Kneipen. Durch unsere langjährige Erfahrung und den Austausch mit anderen in der Gastronomie Beschäftigten (der nächtliche Feierabend verbindet die Branche) können wir ein authentisches Bild von gängigen Missständen zeichnen: Wie so viele andere haben wir oft als Minijobberinnen gearbeitet. In der Regel werden in diesem Anstellungsverhältnis die gesetzlichen Ansprüche auf Urlaub, Krankengeld oder überhaupt eine vertragliche Absicherung missachtet – besonders betroffen hiervon sind migrantische KollegInnen. In vielen Betrieben wird das Trinkgeld durch die Chefs unterschlagen mit fadenscheinigen Begründungen wie der Betriebsrettung oder ähnlichem.Werden diese Zustände infrage gestellt, kann man mit der sofortigen Kündigung rechnen, meist ohne Beachtung der gesetzlichen Kündigungsfristen. Ein weiteres Problem: gerade in der Nachtgastronomie mussten wir immer wieder sexistische Übergriffe von Gästen erleben. Aus der Chefetage konnte man hierfür keinerlei Unterstützung erwarten, Glück hat wer in einem solidarischen Team arbeitet. Mittlerweile haben sich unsere Jobs verbessert, zumal wir inzwischen wissen unsere Interessen durchzusetzen. Dies konnte aber nur geschehen durch Austausch mit KollegInnen und GenossInnen. Daher wünschen wir uns, dass so ein ernsthafter Austausch in allen Betrieben zur Regel wird und sich dadurch Solidarität und Stärke innerhalb der Belegschaften entwickeln kann. Prekäre Verhältnisse sollen – gerade für Minijobber – endlich Geschichte werden. Organisiert Euch!

Musik und Lesung mit Paul Geigerzähler mit Sahara B: 19.01. 20 Uhr | Lesebühne KOPFSTAND

Kaum hat das neue Jahr begonnen, haben wir von der FAU Freiburg gleich einen Soli-Auftakt im Programm: Paul Geigerzähler mit Sahara B. am 19. Januar 2019 in der KTS
Nach der beeindruckenden und spannenden Lesebühne mit Musik vor eineinhalb Jahren freut es uns, daß die beiden auf ihrer Tour von Zürich bis Bautzen wieder in der KTS Freiburg Station machen. Ihre Konzerte/Lesungen finden regelmäßig im Einzugsgebiet der Hausbesetzter*innenbewegung ihren Platz und sind oftmals Soli für linke, anarchistische und gewerkschaftliche Gruppen. Das passt ja hervorragend, denn wir von der FAU sind alles drei!
Mit unplugged Punk Rock-Violine, Waschbrett und bissig satirischen Texten, auch über die eigenen Strukturen, dringen sie in eure Ohren und bringen statt den Beinmuskeln die Gehirnzellen in Schwung. Besonders wenn Paul rotzig-frech auch die Befindlichkeiten der linksradikalen Szene auf die Violinensaiten spannt, wie z.B. in dem Stück „Revolutionsmusik“.
Das Programm KOPFSTAND ist eine Lesebühne mit Musik und zugleich eine Seifenoper – monalich erstellt und vorgetragen von Sahara B., Geigerzähler und dem Papst persönlich. Alle Texte und Songs werden eigens für den KOPFSTAND geschrieben und danach in der Lügenfresse entsorgt. Es sei denn, sie landen im EXPORT: und Export ist, wenn mindestens zwei Drittel des Kopfstands irgendwo hinfahren und eine Auswahl lesen und spielen – meist mit etwas höherem Musikanteil.

Wann: Samstag, 19. Januar 2019, 20 Uhr
Wo: KTS, Freiburg

Entlassung eines FAU-Gewerkschafters bei Foodora in Freiburg

Mitte November erhielt eines unserer Mitglieder von seinem Arbeitgeber, der digitalen Essenslieferplattform Foodora, eine Kündigung zum Monatsende. Zuvor hatte der Fahrradkurier zur Gründung eines Betriebsrats bei Foodora Freiburg aufgerufen und hatte in der Presse mangelhafte Arbeitsbedingungen kritisiert. Kritikpunkte der Foodora-Kuriere sind unter anderem, dass sie ihre Arbeitsmittel (Fahrrad und Smartphone) selbst stellen und für deren Wartung aufkommen müssen.
„Zieht man die Kosten, die den Kurieren dadurch entstehen von den neun Euro Stundenlohn ab, so landet man deutlich unter dem derzeitigen Mindestlohn von 8,84“ erklärt Peter Dreyer, Pressesprecher der FAU Freiburg. Außerdem beklagen die Fahrradkuriere eine intransparente Schichtplanung, die ihrer Kontrolle weitgehend entzogen ist. Sie berichten auch, dass im Krankheitsfall immer wieder bereits eingetragene Schichten, die der Arbeitgeber bezahlen müsste, aus der Planung verschwinden. Zusätzlich sei es in den letzten Monaten immer wieder zu Verspätungen in der Lohnauszahlung gekommen. „Die FAU Freiburg fordert Foodora auf, die Entlassung unseres Mitglieds zurückzunehmen und seine Beschäftigten fair zu behandeln,“ erklärt Dreyer. Dabei schließt sie sich den konkreten Forderungen an, die die FAU Berlin in gescheiterten Verhandlungen mit dem Arbeitgeber stellte. Diese sind: Übernahme aller Materialkosten, Erhöhung des Stundenlohns um mindestens einen Euro; Transparente Schichtplanung, mindestens eine bezahlte Stunde pro Woche für Schichtplanung und Wartung der Ausrüstung.

GASTRO-Kampagne der FAU Freiburg:
Ich hätte gern eine Pizza… und eine Bedienung, die anständig bezahlt wird…
https://freiburg.fau.org/lohnspiegel-gastro/

FAU-Einblicke in die Freiburger Gastronomie: Gastronaut*innen aller Tresen vereinigt euch!

Lohnklau in malerischer Kulisse

Freiburg und die Region ist bekannt für den Schwarzwald und den damit zusammenhängenden Tourismus. In malerischen Berglandschaften gibt es aber viele schlechte Arbeitsbedingungen, gerade in der Tourismusbranche. So auch am Fuße des Feldbergs.
In einem Hotel wurde auf die Unwissenheit über das Arbeitsrecht einer migrantischen Arbeitskraft spekuliert, ihre Sprachbarrieren und die Abgeschiedenheit des Arbeitsplatzes. Hier konnte die FAU Freiburg die ausstehenden Löhne eintreiben.

Das ist eine von vielen Auseinandersetzungen, die wir in den letzten Jahren in der Freiburger Gastronomie geführt haben. Mit diesem Text wollen wir in fünf Beispielen zeigen, was wir dabei gemacht haben und auf welche Grenzen wir gestoßen sind. Weiter lesen „FAU-Einblicke in die Freiburger Gastronomie: Gastronaut*innen aller Tresen vereinigt euch!“

23.10. | Ein Tagebuch der bayerischen Revolution: Der kurze Frühling der Räterepublik

23.10. 18:30 Uhr | Buchvorstellung: Der kurze Frühling der Räterepublik mit RLC zusammen | Strandcafe (Adlerstr.12)

Vor hundert Jahren gelang einem behäbigen Völkchen am Rande der Alpen eine der wenigen erfolgreichen Revolutionen Deutschlands. Das Tagebuch der Bayerischen Räterepublik rekonstruiert das Geschehen anhand der Erlebnisse dreier revolutionärer Persönlichkeiten: Dem Anarchisten Erich Mühsam (Revolutionärer Arbeiterrat), der Kommunistin Hilde Kramer (KPD) und dem radikalen Sozialisten Ernst Toller (USPD). Weiter lesen „23.10. | Ein Tagebuch der bayerischen Revolution: Der kurze Frühling der Räterepublik“