Campo Novo: zuerst werden die Bauarbeiter abgezockt dann die Studenten

Flugblatt_Polnische250Um das Freiburger Studentenwohnheim Campo Novo kommt es nicht zur Ruhe. Inzwischen wurde bekannt, dass Studenten mittels illegaler Maklergebühren abgezockt werden sollen, die ihnen als Service-Leistung verkauft werden.
Derweil schwelt nach wie vor ein alter Konflikt um Lohnraub am Bau aus der Errichtungszeit von Campo Novo.
Die Basisgewerkschaft FAU Freiburg unterstützt deswegen immer noch 14 polnische Bauarbeiter, die beim Bau von Campo Novo 2014 um ihren Lohn betrogen wurden.
Im Juni 2014 wandten sich 14 polnische Bauarbeiter an die FAU Freiburg, die seit Monaten auf der Baustelle in der Zollhallenstraße arbeiteten. Teilweise erhielten sie für einen ganzen Monat weniger als 100 € Lohn pro Person und gingen auch in Streik gegen die Vorkommnisse auf der Baustelle.

Der Generalunternehmer des Studentenwohnheims war die Züblin AG, die wiederum einige Gewerke dem Subunternehmen Klum GmbH aus Bad Camberg übergeben hatte. Um diese Arbeiten zu errichten engagierte diese Firma ein polnisches Unternehmen, dessen Arbeiter, um die es hier geht, nicht bezahlt wurden.
Im Laufe eines Jahres bis zum Juli 2015 wurden für sechs der von der FAU Freiburg als Prozessbevollmächtigte vertretenen Arbeiter rechtskräftige Urteile erwirkt, die sich insgesamt auf Forderungen über 14.000 € belaufen.
Interessanterweise hat das polnische Subunternehmen noch Ausstände von der Firma Klum offen, die es gerichtlich an die Bauarbeiter abgetreten hat.

Herbert Maier von der FAU Freiburg meint: „Wir haben dem Subunternehmen Klum sämtliche rechtskräftigen Urteile zugesandt und um Stellungnahme gebeten, aber bislang kam es zu keiner Reaktion.
Es ist für unsere Mandanten und für uns als Prozessbevollmächtigte unverständlich, dass Unternehmen wie die Klum GmbH und die Züblin AG, die im deutschsprachigen Raum Großbauten errichtet haben, keinerlei Verantwortung übernehmen, wenn es um die Entlohnung ihrer mit den Prachtbauten beauftragten Beschäftigten geht.
Anscheinend ist der geschuldete Betrag für die Unternehmen zu geringfügig oder das Anliegen der Arbeitnehmer auf Entlohnung zu irrelevant.“

FAU Freiburg

[ssba]