Lohn oder Hohn: Über Arbeit in der Gastro reden…

In der Gastronomie haben wir oft mit erheblichen Missständen zu kämpfen: niedrige Löhne, unbezahlte Arbeits- und Überstunden, miserable Arbeitsbedienungen, Arbeitsrechtsverstöße wie bezahltem Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Einbehaltung von Trinkgeldern, …, Personalknappheit, geringe Wertschätzung, Diskriminierungen insbesondere sexistische, rassistische.
Die Chef*innen haben dabei meist frei Hand, da sich niemand wehrt. Dies liegt einerseits an der unzureichende Kenntnis bezüglich des Arbeitsrechts und der Kampfmöglichkeiten, anderseits an der Angst vor Jobverlust oder mangelnder Konfliktbereitschaft, da der jeweilige Job nur als temporäre Zwischenstationen geplant ist.

Wir wollen auf diese und ähnliche Fragen Stück für Stück Antworten liefern. Die Idee dabei ist es, einen Lohnspiegel in der Gastronomie für Freiburg zu erstellen. Doch wie wollen wir das anstellen? Mit einer im gewerkschaftlichen Kontext lang erprobten und bewährten Praxis: Der Registermethode. Auf diese Art kann man Lohntransparenz herstellen – im einzelnen Betrieb und vielleicht sogar in ganz Freiburg. Auf dass niemand, der einen neuen Gastro-Job anfängt, künftig schlechter bezahlt wird als andere Angestellte, und alle Bescheid wissen, wie hoch die Löhne im Moment sind. Dieses Werkzeug könnte es uns ermöglichen, die Löhne im Gastro-Bereich nach oben zu drücken.

Den Lohnspiegel findet ihr unter:
freiburg.fau.org/lohnspiegel-gastro

Die Ergebnisse werden wenn wir Infos gesammelt haben auch dort veröffentlicht. Auf das in Zukunft niemand mehr unter dem höchsten Lohn beginnt zu arbeiten.

Werdet im Betrieb aktiv

Was kannst Du als Arbeiter*innen tun?
Wir haben eigentlich eine ganze Reihe von Möglichkeiten uns zu wehren und m Betrieb Druck zu erzeugen. Ein paar kleine Anregungen:
– Kolleg*innen und Chef*in auf die rechtlichen Mindeststandards hinweisen.
– Diese Mindeststandards einfordern und durchsetzen.
– individuell oder besser kollektiv mehr fordern
– mit kleinen Aktionen den Forderungen Nachdruck verleihen:
– Gäste nicht durch sich abzeichnende Erkältungen gefährden – im Zweifel lieber zuhause bleiben, mit der gesetzlichen Lohnfortzahlung im Krankheitsfall)
– mal, zum Schutz der Gäste wirklich alle Hygiene- und Sicherheitsvorschriften gründlich und penibel befolgen.
– Dem Laden ein besonderes Flair durch ehrlichen, direkten und nicht geheuchelten Umgang mit der Kundschaft geben.

Was kannst Du als Gast tun?
Sprecht mit den Menschen die euch bedienen und fragt sie nach ihren Arbeitsbedingungen.Weist sie auf den Lohnspiegel hin und zeigt euch solidarisch.

Sprecht mit anderen Kund*innen über eure Erfahrungen. Teilt dem/der Chef*in mit wenn ihr in Zukunft den Laden wegen den schlechten Arbeitsbedingungen meiden werdet.

Treffen der Gastronaut*innen
Zeiten und Orte unsere Treffen findet ihr auf der Homepage:
freiburg.fau.org

 

 

Freie Arbeiter*Innen Union – Freiburg (FAU)
Wir sind eine anarcho-syndikalistische Gewerkschaft, d.h. wir kämpfen solidarisch für bessere Lebensbedingungen. Dabei haben wir vor allem die ökonomischen Lebensbedienungen im Fokus. Ob dabei das Geld vom JobCenter, aus direkter lohnabhängiger Tätigkeit oder aus prekärer (schein-)Selbständigkeit kommt, ist uns erstmal egal. Da die kapitalistische Ausbeutung am besten durch Vereinzelung aufrecht erhalten werden kann, wollen wir genau dieser Herrschaftsstrategie unsere kämpferische basisdemokratische und antikapitalistische Solidarität gegenüberstellen.

Aber unverfroren wie wir sind, reicht uns noch lange nicht, einfach nur ein Lohn-Selbsthilfeverein zu sein. Wir haben den Traum vom freien Menschen und unsere Utopie von einer auf Selbstverwaltung und Solidarität basierenden Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung.

Kontakt:
FAU Freiburg
Adlerstr 12, 79098 Freiburg
Email | faufr@fau.org
www | www.freiburg.fau.org

* Offenes Treffen: am 3. Freitag im Monat ab 20 Uhr
* Gewerkschaftliche Beratung: am 1. Donnerstag im Monat 20-21 Uhr
im „Büro für grenzenlose Solidarität“ – Grether-Gelände (Adlerstr. 12)

[ssba]