Gewerkschaftliche Solidarität mit der Roten Hilfe und dem ABC Dresden

Mitte Dezember haben die GLS Bank und die Sparkasse Göttingen der linken Solidaritätsorganisation Rote Hilfe die Konten gekündigt. Ursächlich dafür ist sehr wahrscheinlich der politische Druck aus den USA. Die US-Regierung hat die u. a. von Medien als „Antifa Ost“ bezeichnete Gruppe als Terrororganisation eingestuft und auf eine Sanktionsliste gesetzt. Es scheint, dass die Banken der Roten Hilfe die Konten gekündigt haben, da diese sich mit den Antifaschist*innen solidarisiert, die für die sogenannte „Antifa Ost“ verfolgt und inhaftiert werden. Damit wollen die Banken das Risiko minimieren, selbst von Sanktionen aus den USA getroffen zu werden.

In der letzten Zeit hat die GLS auch anderen linken Organisationen die Konten gekündigt, darunter einem Verein, der die Arbeit des Anarchist Black Cross Dresden unterstützt, der Partei DKP sowie einer Einzelperson, die mit dem ABC-nahen Verein in Verbindung gebracht wird. Wie das Anarchist Black Cross schreibt, handelt es sich dabei um einen politischen Angriff auf die linke Infrastruktur in Deutschland. Die Kündigung von Konten macht es linken Organisationen unmöglich, Mitgliedsbeiträge und Spenden zu verwalten und Ausgaben wie Miete, Anwaltskosten und Personalkosten zu tätigen.

Uns Gewerkschafter*innen sollte die Kündigung der Konten der Roten Hilfe und des ABC Dresden alarmieren. Erstens trifft diese Maßnahme eine Organisation, die ein solidarisches Verhältnis zu unseren Gewerkschaften pflegt. Die Rote Hilfe steht Kolleg*innen bei, die unter Berufsverboten leiden oder bei ihrem Engagement von der Polizei und der Staatsanwaltschaft drangsaliert werden. Die Rote Hilfe beschäftigt sich außerdem mit Repressalien und Union Busting gegen aktive Kolleg*innen, Betriebsräte und Gewerkschaften. Nicht umsonst sind viele Gewerkschafter*innen Mitglied der Roten Hilfe. Zweitens treffen die Repressalien, von denen das „Debanking“ nur ein Ausdruck ist, aktuell linksradikale Organisationen, die Klimabewegung, Antifaschist*innen sowie politisch engagierte Gewerkschafter*innen. Es ist jedoch keineswegs ausgeschlossen, dass bei der autoritären Entwicklung in absehbarer Zeit auch andere linke Organisationen, sowie unsere Gewerkschaften ins Visier genommen werden. Wir müssen zusammenhalten, um diese Angriffe abzuwehren.

Wir rufen daher unsere Mitglieder und alle Gewerkschaftsfreund*innen auf:

  • Sprecht mit euren Kolleg*innen und anderen Gewerkschafter*innen über die Angriffe auf die Rote Hilfe und andere linke Organisationen.
  • Werdet jetzt erst recht Mitglied der Roten Hilfe und ermutigt andere, ebenfalls beizutreten, siehe: https://rote-hilfe.de/aktiv-werden/mitglied-werden
  • Falls ihr bereits Mitglied seid, wechselt von Dauerauftrag zu Lastschrift.
  • Solidarisiert euch öffentlich mit der Roten Hilfe und den anderen angegriffenen linken Organisationen.
  • Kontaktiert die GLS Bank und bringt eure Bedenken zum Ausdruck.

Myanmar: Solidarity Wins – Conditions at Hang Kei factory improved

Nach den international koordinierten Aktionen zum 8. März konnten durch die Mitglieder der Federation of General Worker Myanmar (FGWM) Verbesserungen in der Fabrik der Hang Kei Myanmar Garment Factory Ltd. erzielt werden!

May Su Lwin – Mitglied des Frauen*Komitees der FGWM – erklärt wie international koordinierte Solidaritätsaktionen die positive Veränderungen mitbewirkt haben. Die Arbeiter*innen in der Fabrik organisierten sich, während Kolleg*innen in Europa Druck auf die Marken ausübten, die bei Hang Kei produzieren lassen.

Mehr Infos: Global Mayday.net: Solidarity Wins – Conditions at Hang Kei factory improved!

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Freiheit für die Sechs von La Suiza!

Update vom 13.11.2024: Rechtsweg in Spanien ausgeschöpft (näheres siehe Unten).

Gefängnisstrafe nach Arbeitskonflikt?

In der spanischen Stadt Gijón kämpfte 2017 unsere Schwestergewerkschaft CNT um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Belegschaft in der Konditorei „La Suiza“. Es ging um nicht bezahlte Überstunden und Urlaub, sexuelle Belästigung sowie der Kündigung einer schwangeren Kollegin. Nachdem der Chef ein Gesprächsangebot ausgeschlagen hatte, gab es angemeldete Kundgebungen und Aktionen vor der Firma mit Flugblätter Verteilen, Transparente Zeigen und öffentliche Reden über  Lautsprecher. Stets war Polizei anwesend und es gab keinen einzigen Zwischenfall, den diese verfolgt hatte.

Die gegnerische Seite antwortete jedoch auf die Gesprächsbereitschaft der kämpfenden Kolleg*innen mit juristischen Klagen unter Anderem wegen Nötigung und Schadenersatzforderungen in einer über 11.000 Seiten(!) umfassenden Klageschrift. Ein als sehr arbeiter- und gewerkschaftsfeindlicher bekannter Richter am Landesgerichtshof folgte dem Anliegen des Chefs und verurteilte in 2021 6 Kolleginnen zu jeweils 3,5 Jahren Haft ohne Bewährung und zu einer Geldstrafe von insgesamt 125.428€, die an den Unternehmer zu zahlen ist. Die CNT legte Berufung ein, aber der oberste spanische Gerichtshof hatte im vergangenen Juni das vorhergehende Urteil bestätigt. Die verbliebenen Rechtsmittel sind verschwindend gering: Der Gang zum Europäischen Gerichtshof bzw. der juristische Versuch die Gefängnisstrafe zur Bewährung auszusetzen. Weiter Lesen

Solidarität mit den Betroffenen der türkischen Invasion im Nord-Irak und Rojava // Erinnern an den Völkermord an den Yezid*innen vor 10 Jahren

english version below

Die Freie Arbeiter:innen Union Freiburg – Gewerkschaft für alle Berufe verurteilt den Einmarsch türkischer Truppen in den Irak. Unsere Solidarität und unser Mitgefühl gilt den Menschen der assyrischen und kurdischen Gemeinschaften im Nord-Irak. Diese erneute kriegerische Eskalation durch den türkischen Staat im Krieg gegen die kurdische Bevölkerung und Selbstbestimmung muss aufhören.

Die türkische Invasion in den Irak muss gestoppt werden

Von internationaler Presse und Politik weitgehend ignoriert, hat die türkische Armee seit Mitte Juni größere Teile der irakisch-kurdischen Provinz Dohuk sowie zur Provinz Erbil zählende Grenzgebiete besetzt. Dabei setzt die Türkei auch syrisch-islamistische Milizen ein, darunter auch den sogenannten Islamischen Staat. Insgesamt sind über 600 kurdische und assyrische Ortschaften von der türkischen Invasion betroffen, fast 200 Dörfer wurden bereits evakuiert. Die Angriffe richten sich auch gegen zivile Infrastruktur. So wurde laut einem Medienbericht des Neuen Deutschlands eine Schule und eine assyrische Kirche getroffen. Bis Ende Juli wurden über 6000 Hektar landwirtschaftliche Fläche durch die türkischen Angriffe zerstört oder schwer beschädigt.

Solidarität mit Rojava – Die Bombardierung ziviler Infrastruktur in Nord-Syrien muss aufhören

Zugleich verurteilen wir die andauernden Angriffe und Bombardierungen der Türkei im Gebiet der Autonomen Administration von Nord- und Ostsyrien – Rojava und die systematische Zerstörung ziviler Infrastruktur, wie Kraftwerke und Krankenhäuser. Unsere Solidarität gilt den Opfern dieser kriegerischen Aggression und den Menschen, die unermüdlich für ein friedliches Zusammenleben der ethnischen und religiösen Gruppen in der Region und für die soziale Revolution auf ökologischer und feministischer Grundlage kämpfen. Weiter Lesen

Solidarität mit Bäuer:innenprotesten und GdL-Streik!

Solidarität mit Bäuer:innenprotesten und GdL-Streik! Für Widerstand von unten! Nazis vom Acker!Die Landwirtschaft ist eine lebenswichtige Branche und von Existenzängsten, Überarbeitung und Prekarisierung geprägt. Nachdem es auf Bundesebene schon eine Weile die Initiative Grüne Gewerke gibt, gründet sich nun auch im Freiburger Syndikat eine AG Landwirtschaft.

Vor dem Hintergrund der ab dem 8. Januar 2024 geplanten Aktionen möchten wir gerne auf das Statement der Grünen Gewerke zu den Bäuer:innenprotesten aufmerksam machen. Die Anliegen der Bäuer:innen sind uns wichtig ​​​​​​​und wir solidarisieren uns mit den Kämpfen für bessere Arbeitsbedingungen von allen in der Landwirtschaft Beschäftigten – insbesondere auch Saisonkräften. Gerade jetzt geht es mit den Protesten um die Existenzsicherung kleinerer Höfe. Wir grenzen uns hier klar von der rechten Unterwanderung der Proteste, sowie vom Bauernverband, Land schafft Verbindung etc. ab und unterstützen die linken Stimmen in der Landwirtschaft.

AG Landwirtschaft der FAU Freiburg, 4.1.2024