Ein Zwischenbericht: Ich hätte gern eine Pizza… und eine Bedienung, die anständig bezahlt wird

In der Gastronomie haben wir oft mit erheblichen Missständen zu kämpfen: niedrige Löhne, unbezahlte Arbeits- und Überstunden, miserable Arbeitsbedingungen, Arbeitsrechtsverstöße, wie keinen bezahlten Urlaub und fehlende Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Einbehaltung von Trinkgeldern, Personalknappheit, geringe Wertschätzung, Diskriminierungen – insbesondere sexistische und rassistische.

Die Chef*innen haben dabei meist freie Hand, da sich niemand wehrt. Dies liegt einerseits an der unzureichenden Kenntnis bezüglich des Arbeitsrechts und der Kampfmöglichkeiten, andererseits an der Angst vor Jobverlust oder mangelnder Konfliktbereitschaft, da der jeweilige Job nur als temporäre Zwischenstation geplant ist.

Wir haben uns deshalb als anarchosyndikalistische Gewerkschaft (FAU) in der Freiburger Gastronomie umgehört, um uns ein Bild über die Arbeitsbedingungen vor Ort zu machen. Die ersten Rückmeldungen zeigen, dass Gastronaut*innen in Freiburg grundlegende Dinge vorenthalten werden:

– Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist eine Seltenheit. Meist wird der Dienst getauscht und die Zeit muss bei Krankheit unerlaubterweise nachgearbeitet werden,
– weiterer Zeitklau durch Chef*in: Es gibt keinen Urlaub, trotz Anspruch; Arbeitszeit für die Schichtplanung wird nicht gezahlt, es gibt keine Pausenzeiten (… oder wie uns eine Bedienung mitteilt, zählt ihre Arbeitszeit erst dann, wenn genügend Gäste da sind, …),
– auch wird von sexueller Belästigung durch Gäste (aber auch Kolleg*innen und Chefs) berichtet,
– der Lohn in der Freiburger Gastronomie liegt wohl bei mickrigen 9 Euro.

Minijob heißt jedoch nicht Mini-Rechte und Mini-Löhne! Auch im Minijob stehen dir alle Rechte als Arbeitnehmer*in zu.
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Lohn oder Hohn: Über Arbeit in der Gastro reden…

In der Gastronomie haben wir oft mit erheblichen Missständen zu kämpfen: niedrige Löhne, unbezahlte Arbeits- und Überstunden, miserable Arbeitsbedienungen, Arbeitsrechtsverstöße wie nicht bezahltem Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Einbehaltung von Trinkgeldern, …, Personalknappheit, geringe Wertschätzung, Diskriminierungen insbesondere sexistische, rassistische.
Die Chef*innen haben dabei meist frei Hand, da sich niemand wehrt. Dies liegt einerseits an der unzureichende Kenntnis bezüglich des Arbeitsrechts und der Kampfmöglichkeiten, anderseits an der Angst vor Jobverlust oder mangelnder Konfliktbereitschaft, da der jeweilige Job nur als temporäre Zwischenstationen geplant ist. Weiter lesen „Lohn oder Hohn: Über Arbeit in der Gastro reden…“

Do. 05.10: Lohn oder Hohn – Über Arbeit in der Gastro reden…

Werde ich durchschnittlich oder grottenschlecht für meine Arbeit bezahlt? Habe ich als Gast eine Ahnung, wie die Arbeitsbedingungen in meiner Lieblingskneipe sind? Welche Probleme haben Gastronomiearbeiter_innen in Freiburg? Wir wollen auf diese und ähnliche Fragen Stück für Stück Antworten liefern. Die Idee dabei ist es, einen Lohnspiegel für Freiburg zu erstellen. Doch wie wollen wir das anstellen? Mit einer im gewerkschaftlichen Kontext lang erprobten und bewährten Praxis: Der Registermethode. Auf diese Art kann man Lohntransparenz herstellen – im einzelnen Betrieb und vielleicht sogar in ganz Freiburg. Auf dass niemand, der einen neuen Gastro-Job anfängt, künftig schlechter bezahlt wird als andere Angestellte, und alle Bescheid wissen, wie hoch die Löhne im Moment sind. Dieses Werkzeug könnte es uns ermöglichen, die Löhne im Gastro-Bereich nach oben zu drücken.

An diesem Abend wollen wir unsere Ideen und Erfahrungen auch anderer FAU-Syndikate vorstellen und mit Dir diskutieren, ob diese Ideen auch in Freiburg umgesetzt werden könnten.

Do. 5. Oktober 20 Uhr
Büro für grenzenlose Solidarität (Adlerstr. 12)

mit direkter Aktion zum Lohn: Besuch doch mal deinen Chef….

Wir veröffentlichen ja nicht immer alles was wir so an Arbeitskämpfen machen, aber das passt zur Veranstaltung: „Selbstorganisierung im Stadtteil – Basisinitiative oder Bündnispolitik“
Besuch doch mal deinen Chef….
Vor zwei Monate kam ein FAUler mit einer Person ins Gespräch. Dabei kam raus das der Person Lohn vorenthalten wurde. Der Chef scheint die Unwissenheit der Person auszunutzen und vertröstete ihn immer wieder und zahlte den Lohn nicht. Wir machen ja öfters die Erfahrung das Unwissenheit, gerade auch Menschen mit Migrationshintergrund, ausgenutzt wird. Im Gespräch kam ebenso raus, dass beim vorherigen Job ebenso um Teil des Lohnes geprellt wurde.
Kurzum beim direkten Besuch des Chefs der fastfood-Kette durch die FAU kam der in Aktion und ging zum Bankautomaten und zahle die fehlende Kohle sofort aus. So kann schnelle direkte Hilfe auch aussehen. Und so konnte ohne ein Gericht zu bestellen direkt – bei der nicht gerade kleinen fastfood-Kette – der Lohn eingetrieben werden.

Wir kriegen nur wofür wir kämpfen – IT‘ S TIME TO ORGANIZE!

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